In einem früheren Artikel zum Thema Grenzsteuersätze haben wir deren Herleitung und Zusammensetzung detailliert beleuchtet – der Übersichtlichkeit halber jedoch anhand eines vereinfachten Beispiels: einer unverheirateten, konfessionslosen Person mit Wohnsitz in der Stadt Zürich. Den persönlichen Grenzsteuersatz zu kennen, ist für zahlreiche Entscheidungen von grosser Bedeutung. Er liefert unter anderem Antworten auf Fragen wie:
- Lohnt es sich für mich, in die Säule 3a einzubezahlen, und wie hoch fällt die Steuerersparnis in der aktuellen Steuerperiode aus?
- Lohnt es sich, das Arbeitspensum zu erhöhen, und welcher Anteil des zusätzlichen Einkommens wird dann effektiv besteuert?
Der individuelle Grenzsteuersatz variiert je nach Wohnort, Zivilstand, Anzahl Kinder sowie weiteren Einflussfaktoren. Für eine fundierte Steuerplanung ist es besonders hilfreich, nicht nur punktuelle Werte zu betrachten, sondern den Verlauf von Grenz- und Durchschnittssteuersätzen in Abhängigkeit vom steuerbaren Einkommen zu verstehen. Punktuelle Schätzungen einzelner Steuerrechner greifen hierfür oft zu kurz.
Beim letzten Mal haben wir entsprechende Grafiken für zehn ausgewählte Zürcher Gemeinden präsentiert. Im Folgenden stellen wir die Grafiken für den Kanton Aargau vor.Dabei haben wir wieder die grössten Gemeinden berücksichtigt und durch einige besonders interessante Beispiele ergänzt, um eine breite Palette relevanter Konstellationen abzudecken. Da viele Gemeinden identische Steuerfüsse aufweisen, ergeben sich dort dann auch identische Grenzsteuersätze, da diese auf derselben kantonalen Staatssteuer basieren. So kann beispielsweise eine Person aus Merenschwand (Steuerfuss 96 %) die Grafik der Stadt Aarau (ebenfalls 96 %) als Referenz verwenden.
Zwischen verheirateten und unverheirateten Personen bestehen erhebliche Unterschiede, sowohl in der Höhe als auch in der Struktur der Besteuerung. Aus diesem Grund werden die entsprechenden Grafiken getrennt dargestellt.
Der kantonale Steuerfuss 2026 im Kanton Aargau beträgt einheitlich 100%. Die Gemeindesteuerfüsse 2026 variieren hingegen stark und reichen von 48% (Oberwil-Lieli) bis 127% (Ammerswil).
Grenz- und Durchschnittssteuersätze für ausgewählte Aargau Gemeinden für 2026 (unverheiratet & verheiratet, ohne Kirchensteuer)
Haben Sie Anmerkungen zu den Grafiken oder zu Ihrer Steuergemeinde? Empfinden Sie die Darstellungen als hilfreich, oder vermissen Sie bestimmte Informationen? Wir bitten Sie, von direkten E-Mail-Anfragen zu diesem Artikel abzusehen und stattdessen die Kommentarfunktion zu nutzen. Sämtliche Rückmeldungen werden von uns gelesen und – soweit möglich – auch beantwortet.
In einem nächsten Schritt wird unser Steuerteam die Grafiken für weitere Kantone wie Basel-Stadt, Zug und Bern ausarbeiten. Diese werden in den nächsten Tagen und Wochen in unserem Blog publiziert.
Erfahren Sie, wie hoch der Grenzsteuersatz in anderen Kantonen ist

2 Comments
Gregor_E
Mai 8, 2026 @ 15:01
Ich hätte noch eine Frage
Habt ihr Pläne, auch Grafiken für Gemeinden zu erstellen, die aktuell nicht besonders gut in eurer Liste abgedeckt sind?
Mir ist z. B. aufgefallen, dass die Gemeinde Meisterschwanden mit einem Steuerfuss von 60 % relativ weit von den nächsten „Nachbarn“ in eurer Liste entfernt ist – nämlich Widen (75 %) und Kaiseraugst (50 %). Dadurch sind die bestehenden Grafiken für diese Gemeinde nur bedingt aussagekräftig.
Vielen Dank vorab für euere Antwort.
Philipp Stirnemann
Mai 12, 2026 @ 10:02
Guten Tag
Beim Erstellen der Grafiken versuchen wir, die Vielfalt der Gemeindesteuerfüsse möglichst gut abzudecken und dabei die interessantesten Fälle herauszupicken. Leider mussten wir dabei manchmal Kompromisse eingehen.
In naher Zukunft könnte unser Team zudem die exakten Tabellen mit den Grenzsteuersätzen für jede Gemeinde veröffentlichen, falls wir feststellen, dass die Nachfrage seitens unserer Leser entsprechend hoch ist.
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