Written by Tetiana Bobrikova on September 24, 2019 in Businessplanung

Die Sensitivitätsanalyse zeigt, welche Auswirkungen kleine Veränderungen der Inputdaten auf das Endergebnis haben – in diesem Fall im Zusammenhang mit den finanziellen Planrechnungen. Sie gibt Antworten auf folgende Fragen:

  • Was passiert mit dem Zielwert bei Veränderung einzelner Inputparametern?
  • Welchen Wert muss ein Inputfaktor haben, damit ein gewünschter Output-Wert erreicht werden soll?
  • Wie beeinflussen ungünstige Veränderungen der einzelnen Input-Variablen das Gesamtprojekt und deren Entwicklungen?

Bei der Sensitivitätsanalyse werden jeweils nur ein oder zwei Input-Faktoren ausgewählt und in verschiedene Richtungen verändert. Dabei wird ihre Sensitivität auf einen Zielwert (z.B. Gewinn oder Unternehmenswert) untersucht.

In den folgenden Tabellen sind jeweils die Auswirkungen von zwei Inputfaktoren (Achsen) auf einen Zielwert (Wert in der Tabelle) ersichtlich.

Die Sensitivitätsanalyse wird besonders für Berechnungen unter Unsicherheit verwendet. Mit dieser Analyse können Risiken minimiert werden, indem bei kritischen Einflussfaktoren entsprechende Gegenmassnahmen vorbereitet werden. Des Weiteren können die Ergebnisse als Steuerungsmittel verwendet werden. Wirkt ein Faktor besonders sensibel auf die Zielgrösse des Modells, so kann diese Wirkung zur Optimierung des wirtschaftlichen Nutzes verwendet werden.

Die Sensitivitätsanalyse kann durch einen Stresstest (sog. Stresstesting) erweitert werden. Beim Stresstesting werden einzelne Inputfaktoren so stark verändert – meistens in den negativen Bereich –dass ein Zielwert gerade noch einen gewissen Mindestwert erreicht. Im Prinzip handelt es sich um ein Extremszenario. Typische Fragestellungen sind hierbei: Wieviel darf der Franken noch aufwerten, bis das Unternehmen Verluste schreibt? Oder: Wie viel Verlust (und über welchen Zeitraum) kann anfallen, bis das Unternehmen (ohne Gegenmassnahmen) Konkurs geht?

Einschränkungen

Wie alle quantitativen Methoden hat die Sensitivitätsanalyse einige Einschränkungen und Nachteile:

  1. Mit der Methode lassen sich nur einzelne Faktoren untersuchen. Wechselwirkungen zwischen Inputwerten werden nicht berücksichtigt. Bei komplexen Modellen mit mehreren Einflussgrössen nimmt die Aussagekraft der Sensitivitätsanalyse ab.
  2. Veränderungen der Inputgrössen durch externe Faktoren, wie beispielweise Wettbewerbsveränderungen, werden nicht berücksichtigt.
  3. Die Methode nennt weder Gründe noch Wahrscheinlichkeiten für solche Abweichungen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mit der Sensitivitätsanalyse relativ rasch und mit geringem Aufwand eine grobe Risikoabschätzung gemacht werden kann. Diese Analyse gibt aber keine direkte Antwort darauf, ob eine Investition vorteilhaft ist oder nicht. Sie wird in der Regel mit anderen quantitativen Methoden, wie z.B. der Szenarioanalyse, der Break-even-Analyse oder Simulationsrechnungen, verwendet.

Interessante Businesspläne für verschiedene Branchen.
Schauen Sie sich unsere Beispiele an! 

Weitere interessante Artikel zum Thema Businessplanung: