Finanzierung von Startups
Written by AZ on Oktober 25, 2019 in Businessplanung

Für ein junges Unternehmen ist die Frage der Finanzierung und ihrer Art und Weise sehr zentral. Die Vielfalt an Instrumenten gibt den Gründern eine breite Auswahl.

Bootstrapping/Selbstfinanzierung
Vielleicht ist es möglich, mit eigenen Mitteln auszukommen. Die meisten neuen Firmen werden aus eigenem Geld der Gründer voll finanziert. Diese Finanzierungsform heisst auch Bootstrapping. In diesem Fall müssen die Kosten möglichst gering gehalten werden. Die Umsätze hingegen sollten schnell wachsen, damit der Cashflow rasch positiv wird. Später können Gewinne und Rücklagen in die weitere Geschäftsentwicklung investiert werden. Die Vorteile dieser Finanzierungsform sind die vollständige Unabhängigkeit der Gründer und die grosse Arbeitsmotivation.

Nichtsdestotrotz reichen die eigenen Reserven nicht immer aus, insbesondere wenn das Projekt von Anfang an gross und anspruchsvoll ist.

Förderungsprogramme
Die schweizerische Regierung bietet nicht so viele Optionen wie Nachbarländer an. Die Grundidee ist, dass der Bund und die Kantone ihre Aufgabe in der Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen für junge Unternehmen sehen. Deswegen liegt der Fokus auf der administrativen Entlastung bzw. Unterstützung oder Steuererleichterungen bis Steuerbefreiung.

Unterdessen gibt es in der Schweiz viele gemeinnützige Stiftungen, die Startups, Jungunternehmen, Innovation, Technologien, Unternehmertum sowie Forschung & Entwicklung fördern. Hinter vielen Startup-Programmen, Wettbewerben und Awards fungieren Stiftungen als Geldgeber. Deswegen lohnt sich Prüfung, ob eine Stiftung Ihre Idee unterstützen würde.

Leider ist dieser Weg nur für wenige Unternehmen möglich, da die Anzahl von Projektfinanzierungen sowie das zur Verfügung gestellte Kapital beschränkt sind.

Business Angels
Unter „Geschäftsengeln“ versteht man oft erfolgreiche Firmen, die früher selber Startups waren. Der Vorteil dieser Finanzierungsform ist, dass junge Unternehmen nicht nur Kapital zum Kick-off bekommen können, sondern auch einen fachlichen Berater mit viel Know-how, Erfahrung und einem etablierten Netzwerk zur Seite haben. Diese Finanzierungsform stellt eine Eigenkapitalfinanzierung dar: Business Angels erhalten als Gegenleistung Anteile am Startup.

Venture Capital
Venture Capital ist dem Business Angels sehr ähnlich. Es werden ebenso Kapital und Fachwissen gegen Geschäftsanteile zur Verfügung gestellt. Im Vergleich zu Business Angels beginnt die Zusammenarbeit oft etwas später, nämlich erst dann, wenn die Geschäftsidee und ihre Überlebensfähigkeit nachgewiesen sind. Die Investitionssummen sind dann oft grösser und verlangen auch mehr Formalität als im Business-Angels-Fall, d.h. Venture-Capital-Geber forderen regelmässige Berichte über die Entwicklung und den aktuellen Stand des Projekts ein. Venture Capital Fonds sind mittelfristige Kapitalgeber: Nach der Wachstumsphase beabsichtigen sie einen gewinnbringenden Austritt.

Kredite / Darlehen
Das ist die üblichste Finanzierungsform. Ein Unternehmer sollte einen Businessplan vorbereiten und diesen zum Beispiel einer Bank präsentieren. Bessere Chancen haben Gründer, die neben einer guten Geschäftsidee auch eigene Mittel einbringen.

Sollte die Bank kein Darlehen gewähren, so kann ein Jungunternehmer auch um einen Privatkredit bitten, beispielweise unter Familienmitgliedern oder Bekannten.

Crowd-Finanzierung
Ist die fehlende Summe nicht gross, kann mit Hilfe der Öffentlichkeit über sogenannte Crowdfunding-Plattformen Kapital eingesammelt werden. In diesem Fall bildet sich das benötigte Kapital aus vielen kleinen Beträgen. Es gibt verschiedene Formen der Crowd-Finanzierung:

  • Reward-based Crowdfunding (“Klassisches Crowdfunding”): Die Kapitalgeber bekommen eine kleine Gegenleistung vom Unternehmen, meistens in Abhängigkeit von der eingebrachten Summe. Die Gegenleistung kann von einer „Dankeschön“-Karte bis hin zum fertigen Produkt variieren. Diese Form ist gut geeignet für Startups mit Produktideen.
  • Equity-based Crowdfunding (“Crowdinvesting”): Das ist eine typische Eigenkapitalfinanzierung. Kapitalgeber erhalten Firmenanteile als Gegenleistung. Manchmal werden auch Mezzanine-Instrumente wie stille Anteile oder Rangrücktrittsdarlehen anstelle von vollständigen Beteiligungen genutzt. Bei Crowdinvesting handelt es sich um eine langfristige Investition.
  • Lending-based Crowdfunding (“Crowdlending”): Das ist eine typische Fremdkapitalfinanzierung. Kapital wird in Form eines Kredits über eine feste Laufzeit mit einem festen Zinssatz vergeben.
  • Donation-based Crowdfunding (“Crowddonation”): Bei dieser Finanzierungsform erwarten die Investoren in der Regel keine Gegenleistung. Diese Finanzierungsform ist für soziale oder gemeinnützige Projekte geeignet.

Diese Liste der Finanzierungsarten ist nicht abschliessend. Immer wieder erscheinen neue Möglichkeiten, Kapital zur Finanzierung von Ideen zu finden. Ein Versuch lohnt sich immer. Viele Gründer verwenden parallel mehrere Instrumente, um ihr Business zu starten. Unabdingbar ist die Erstellung eines klaren und detaillierten Finanzplanes zum Geschäftsmodell. Damit können sowohl Kapitalbedarf inklusive Puffer ausrechnet als auch verschiedene Finanzierungsformen getestet werden. Vor- und Nachteile jeder Finanzierungsoption werden ersichtlich und helfen dem Gründer, eine optimale Entscheidung zu treffen.

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